1. BRUCKER KÜNSTLERBUNDPREIS

Zum Preisbild von Johannes Bruckner "Die Bettler". (Text: Johannes Bruckner)

Die Bettler

Ein Mann füttert auf der Gasse bettelnde Vögel.
Ein anderer Mann füttert vom Fenster aus einen bettelnden Hund. Der eigentliche Bettler sitzt zusammengeknüllt hinter und unter den Futter streuenden Personen unbeachtet auf einer eiskalten Asphaltfläche. Seine Bettelschale ist leer und hat keinen Boden. Sie lässt den eisblauen Asphaltboden durchblicken. Links bettelt ein Junge vielleicht seine Mutter um ein fünfzigstes Spielzeugauto an.
Während sie vielleicht anmerkt, dass er endlich weiter gehen soll. Rechts vorne bettelt vielleicht ein Mann eine junge Dame um ein Treffen an, während sie mit Kinderanhang der Szene den Rücken zeigt.
Der Bettler im Hintergrund (vielleicht gehört er ja einer Bettelmafia an) ist für alle kein Thema. Auf einer maroden, rosaroten Hauswand steht aufrecht das Wort "Caritas".


JOHANNES BRUCKNER  ...schreiben, malen, gestalten, Logosphilosophie. 

A-8600 Bruck/Mur, Paulahofsiedlung 30,
Telefon  06608144749
e-mail  johannesbruckner@gmx.net

Ausschnitt

TECHNIK / ARBEITSAUSSAGE
Acryllack und lichtechte Tinte auf Quarzsand beschichteter Leinwand. Bildausmaße 120 x 104 cm. Das Bild ist als Rollbild angelegt. Während die orangefarbenen Acryllacklinien der Figuration plastisch hervortreten und praktisch ein offensichtliches „äußeres“ Bildgeschehen aufzeigen, deutet die Flüssigfarbe in der Fläche auf ein „inneres“ Geschehen hin. Sie kriecht unter den Konturen der Figuren durch und vermischt sich z.B. wie eine Aura mit einer eisblau gemalten Bodenfläche der Gasse.
Im Fazit sprechen die Linien das Wachbewusstsein, das Denken des Menschen an – sie erzählen ihm, was logisch im Bild vor sich geht. Die flüssig gemalten Flächen wiederum sprechen mit den kreativen, spielerisch gesetzten, tonigen Farbklängen das Unbewusste, das Fühlen an, bzw. den Seelenkörper.